Denkst du bei Indien sofort an Lärm, Chaos und überfüllte Städte? So ging es mir früher auch. Nach einem aufregenden zweiwöchigen Roadtrip durch Sri Lanka und einer trubeligen Woche in Bangalore sehnte ich mich nach einem Ort der Ruhe und Inspiration. Ich wollte unbedingt tief in die indische Kultur eintauchen, das Meditieren für mich entdecken und Ayurveda authentisch erleben. Kurzer Spoiler: Letzteres habe ich definitiv gemacht, aber auf die WIRKLICH indische Art und Weise…..dazu später mehr. Nach längerer Recherche fand ich den perfekten Ort für mich: Das Pranayakulam Homestay in Velloor, einem kleinen Dorf in Kerala im Süden von Indien.
Kaum angekommen, wusste ich, hier wartet ein besonderes Abenteuer auf mich – ganz ohne Chaos und Lärm, dafür mitten im echten, indischen Alltag.


Willkommen in Pranayakulam homestay: Hoffnung, Herzlichkeit und echtes Dorfleben
Das Homestay liegt etwa 50 Minuten mit dem Auto von Kochi (der Hauptstadt Keralas) entfernt. Zuvor habe ich 2 Tage in Kochi verbracht, um mir die Stadt anzugucken und eine Bootsfahrt auf den berühmten Backwaters zu machen. Das kann ich dir an dieser Stelle wärmstens empfehlen – zwei Tage reichen aber vollkommen aus. Generell kann man sich in Südindien schwieriger mit Bus und Bahn fortbewegen. Dafür klappt das Uber-Fahren aber umso besser und ist aus meiner Erfahrung heraus auch immer sicher gewesen. Als mein Fahrer etwas irritiert nachfragte, ob ich tatsächlich in dieses kleine Dorf Velloor wollte, war klar: Hier verirren sich nicht allzu oft Reisende hin. Perfekt für mich und mein Vorhaben.
Die Anlage rund um das Homestay wirkt wie eine rustikale Farm. Mich begrüßten einige Hühner, zwei Kühe und drei zuckersüße Hunde – darunter ein Welpe. Sofort fiel jeglicher Stress der letzten Wochen von mir ab. Überall laden gemütliche Schaukeln und Sitzecken zum Verweilen ein. Sogar ein kleiner überdachter Arbeitsbereich mit einem Schreibtisch und Blick auf die endlosen Reisfelder steht bereit. Das Highlight ist der angrenzende Fluss direkt vor dem Haus, an dem ich so einige Stunden verbracht habe. Einfach, aber unfassbar idyllisch – das trifft es ganz gut.
„Pranayakulam“, erklärte mir Gastgeber Swami, bedeutet übersetzt „Hoffnung und Glaube an die Möglichkeiten des menschlichen Lebens“. Dieses Lebensmotto spürst du in jeder noch so kleinen Ecke dieses besonderen Ortes.





Gemeinschaft
Was das Pranayakulam homestay zusätzlich einzigartig macht, ist die tiefe Einbindung der Dorfgemeinschaft. Zwei Dorfbewohner leben direkt auf der Anlage, kümmern sich um Reinigung, Gartenpflege und andere Arbeiten. Swami organisiert regelmäßig Aktivitäten mit der Community – von Bootsfahrten über Ayurveda-Behandlungen bis hin zu kleinen Workshops. Auf diese Weise unterstützt du aktiv die lokale Gemeinschaft und erlebst gleichzeitig hautnah, wie das echte Leben in Kerala aussieht. Pranayakulam integriert Community-Based Tourismus auf eine ganz besondere Art und Weise. Wenn du wissen willst, was Community-Based Tourismus genau ist, kann ich dir meinen Artikel dazu empfehlen.
Die Gastgeber Swami & Ananth: Herz und Seele dieses Ortes
Was soll ich sagen: Die Gastgeber Swami und Ananth machen Pranayakulam zu dem, was es ist: einem Zuhause auf Zeit, voller Wärme und Herzlichkeit.
Swami ist die Seele von Pranayakulam. Weißer Rauschebart, strahlende Augen, Weisheit pur – genau so stellt man sich einen indischen Guru vor. Obwohl Swami seit Jahren im Rollstuhl sitzt, strahlt er pure Lebensfreude aus. Als erfahrener Meditationslehrer inspiriert er jeden Morgen seine Gäste mit vielfältigen Meditationstechniken, die auf Oshos Lehren basieren. Ich bin dankbar, dass ich in den Genuss seiner Stunden kommen durfte.

Auf meine Frage, warum Swami überhaupt angefangen hat, sein Zuhause für Gäste zu öffnen, erzählt er:
Es hat sich ganz natürlich ergeben. Seit Beginn unserer spirituellen Reise fanden immer mehr Menschen auf der Suche nach innerer Ruhe und Selbstfindung den Weg zu uns. Wie sagt man so schön: Vibe attracts tribe.
Ananth, die liebevolle “Haus-Mami”, sorgt dafür dass du dich sofort als Teil der Familie fühlst. Sie spricht hervorragend Englisch und kümmert sich hingebungsvoll um jeden einzelnen Gast. Als sie sah, dass ich krank war, versorgte sie mich sofort mit heilendem Kräutertee und pflanzlichen Mitteln direkt aus dem Garten und dem Dorf.

Ein Tag im Pranayakulam Homestay in Kerala
Du bist natürlich zu nichts verpflichtet und kannst dich jederzeit ausklinken. Ich kann es nur jedem empfehlen, an den Aktivitäten und Mahlzeiten teilzunehmen. Genau deswegen war ich ja hier:
08:00 Uhr: Der Tag beginnt mit einer Meditationseinheit, angeleitet von Swami. Jeden Tag gibt es eine neue Technik und die Theorie dazu: Atemübungen, Stimm- oder Tanz-Meditation. Teilweise out of my comfort zone, aber unglaublich inspirierend, wenn man sich voll darauf einlässt.
09:00 Uhr: Frühstück mit der ganzen Familie am großen Esstisch. Frisch zubereitet, vielseitig und unglaublich lecker. Alle Mahlzeiten werden als Buffet angerichtet, so dass man sich durch alle Speisen einmal durchprobieren kann.
10:00 Uhr: Zeit für dich. Ich habe sie genutzt, um mich wie geplant zu entspannen, am Fluss ein Buch zu lesen, mit den Hunden zu spielen und zu knuddeln oder einfach mal nichts zu machen. Nimmst du dir mal Pausen im Alltag, wo du einfach nichts machst und deine Gedanken schweifen lässt? Ich mache das definitiv zu selten. Das Panaroma und die Ruhe hier haben mir das jedoch sehr einfach gemacht.



13:00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen. Die Gerichte variieren täglich, immer vegetarisch und frisch zubereitet aus lokalen Zutaten. – Appam, Puttu, Curry und andere Leckereien – aber seht selbst…


14:00 Uhr: Swami organisiert für dich Ausflüge und Aktivitäten: So kannst du die Natur, das Dorf und die Menschen hier noch besser kennenlernen. Ich kann die Bootsfahrt auf dem angrenzenden Fluss sehr empfehlen. Ich durfte sogar selbst ans Steuer. Die Backwaters sind meiner Meinung nach das, was die Region Kerala ausmacht. An einem anderen Tag hat Swami mich ins naheliegende Dorf zu einer traditionellen Ayurveda-Behandlung gebracht. Ayurveda ist ja für viele mittlerweile ein Begriff und oft mit einer entspannten Ganzkörper-Massage verknüpft. Darauf hatte ich mich auch eingestellt…Am Ende fand ich mich sitzend, nackt, von den Haaren bis zu den Füßen triefend voller Öl, auf einer Steinliege wieder und wurde von zwei Therapeutinnen durchgeknetet. Ich sag mal so… Ich will diese Erfahrung nicht missen, wo ich doch immer auf der Suche nach authentischen Erlebnissen bin… Aber wiederholen müsste ich es glaube ich nicht.


17:00 Uhr: Spaziergang am Fluss oder Sonnenuntergang genießen



19:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen mit der gesamten Familie. Gespräche, Lachen und Geschichten austauschen. Ich habe das gemeinsame Ausklingen des Abends immer sehr genossen.
Abschied mit Tränen in den Augen
Obwohl ich nur vier Tage im Pranayakulam homestay in Kerala verbrachte, fühlte ich mich beim Abschied, als würde ich Familie verlassen. Diese Verbundenheit war einzigartig und habe ich so ehrlich gesagt noch nie erlebt – und genau deshalb möchte ich diesen Ort jedem empfehlen, der das echte Indien sucht, Orte abseits der Hotspots schätzt, Entspannung finden möchte, offen für Meditation ist und nebenbei auch noch was Gutes tun will.

Was Swami am meisten daran schätzt, sein Zuhause mit anderen zu teilen, verrät er mir abschließend:
Das Beste daran, Gastgeber zu sein, sind die Begegnungen. Menschen aus aller Welt kommen hierher, bringen ihre Kultur mit und fühlen sich bei uns zu Hause. Diese Begegnungen erweitern nicht nur die Horizonte unserer Gäste, sondern auch unsere eigenen.
Mein persönliches Impact-Tracking:
- Community stärken: 4/5
- Kulturelle Authentizität & Austausch: 5/5
- Hidden Secret: 5/5
- Gut für die Umwelt & Natur: 4/5
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