Wie eine Pflanze das Leben von Frauen verändert
Stell dir vor, du stehst am Strand von Sansibar. Du guckst auf das türkisblaue Wasser, ein leichter Wind weht über den Indischen Ozean. Es ist Ebbe. In der Ferne siehst du Frauen, die bis zu den Knien im Wasser stehen, einen Korb in der Hand halten und konzentriert auf den Meeresboden blicken. Sie befestigen kleine grüne Pflanzen an Seilen, die sich im Wasser wie ein Garten ausbreiten. Diese Frauen sind die wahren Heldinnen des Meeres – sie betreiben Seaweed Farming, den Anbau von Meeresalgen, einer der wichtigsten Einkommensquellen für Frauen in Sansibar.


Was auf den ersten Blick nach einer simplen Arbeit aussieht, ist in Wirklichkeit ein wichtiger Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit, nachhaltigem Tourismus und Female Empowerment.
In diesem Artikel erfährst du:
✔ Warum Seaweed längst mehr ist, als nur ein Algensalat
✔ Warum diese Pflanze für Sansibar’s Wirtschaft so wichtig ist
✔ Wie zwei inspirierende Projekte aus Sansibar das Leben vieler Frauen positiv verändert
Warum Seaweed so vielseitig ist – und längst mehr als nur Algensalat
Seealgen sind wahre Multitalente – und längst ein fester Bestandteil in vielen Bereichen unseres Alltags. Was früher nur als Zutat in asiatischen Suppen oder Sushi bekannt war, ist heute eine gefragte Ressource für Ernährung, Kosmetik, Medizin und nachhaltige Industrieprodukte.
Kosmetik: Algen sind reich an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien – genau das, was gestresste Haut braucht! Sie helfen, Feuchtigkeit zu binden, wirken entzündungshemmend und fördern die Zellerneuerung. Deshalb findest du Seealgen heute in hochwertigen Cremes, Seifen, Anti-Aging-Produkten und Badezusätzen.
Ernährung & Superfood: In Pulver- oder Kapselform sind Algen ein echtes Powerfood – vollgepackt mit Eisen, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Protein. Algen werden heute in Nahrungsergänzungsmitteln, Smoothies, Proteinshakes und Detox-Produkten verwendet.
Snacks & Lebensmittel: Was viele nicht wissen: Auch in der Lebensmittelindustrie sind Algen voll im Trend! Ob Algen-Chips, Algen-Kekse, pflanzliche Gelatine (Agar-Agar) oder sogar als Bindemittel in Eiscreme und Joghurts.

Seaweed-Farming in Sansibar: Die unterschätzte Kraft des Meeres
Seaweed Farming wurde in den 1990er Jahren in Sansibar eingeführt, um den lokalen Fischfang zu ergänzen und eine neue Einkommensquelle für Küsten-Gemeinschaften zu schaffen. Heute ist es nach dem Tourismus und dem Export von Gewürznelken eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes.
💡 Wusstest du, dass Sansibar über 90 % seiner marinen Exporte durch Seaweed generiert?
Zahlen & Fakten:
- 25.000 Menschen in Sansibar sind in der Seaweed-Industrie tätig, davon sind 80 % Frauen.
- Die meisten Seaweed-Farmerinnen arbeiten als Freelancerinnen, verdienen aber oft weniger als 30 USD im Monat – ohne feste Verträge oder Sozialleistungen.
- Herausforderung: Große Unternehmen kaufen das getrocknete Seaweed für einen Bruchteil des Werts und exportieren es weiter, ohne dass die lokalen Frauen fair daran verdienen.
Doch es gibt auch positive Entwicklungen! Community-Projekte wie die Mama Chumo Cooperative und Mwani Zanzibar zeigen, dass es anders geht. Hier werden nicht nur Algen geerntet – hier entsteht ein echter Wandel.

Mwani Zanzibar – Ein Pionier für faires Business
Mwani Zanzibar ist das perfekte Beispiel, wie Seaweed Farming nicht nur die Umwelt, sondern auch Frauen vor Ort stärkt und unabhängig macht. Was als kleines Frauenkollektiv begann, ist heute ein aufstrebendes Unternehmen im Kosmetik-Bereich, mit eigenem Forschungslabor, Produktionsanlagen und Ladengeschäft. Mwani befindet sich im beliebten Urlaubsort Paje, im Osten der Insel.
Ich habe Mwani Zanzibar durch Zufall auf Google Maps entdeckt und wollte unbedingt mehr erfahren. Das Unternehmen bietet eine Tour über das Gelände an, wo du mehr zum Thema Seaweed-Farming erfährst und dir live angucken kannst, wie die Produktion abläuft.
Das macht Mwani besonders:
✔ Faire Bezahlung für die Farmerinnen: Sie verdienen bis zu 5-mal mehr als Freelance-Farmerinnen und haben das Gefühl, dass sie Teil etwas Großem und Wichtigem sind. Sie können an den Touren mitwirken und haben eine finanzielle Sicherheit.
✔ Lokale Wertschöpfung: Anstatt das Seaweed billig zu exportieren, wird es vor Ort verarbeitet und als nachhaltige Kosmetik direkt vor Ort verkauft.




Mein Besuch bei Mwani: Nach einer Einführung ging es direkt ans Meer. Eine lokale Farmerin zeigte mir, wie sie die Algen erntet – mit beeindruckender Geschwindigkeit und Präzision! Anschließend konnte ich sehen, wie das Seaweed in der Sonne getrocknet und in die Produktionshalle gebracht wurde. Hier wird es zu Seifen, Ölen und Cremes verarbeitet – alles handgemacht und nachhaltig. Ich war so begeistert, dass ich mich mit Seifen, Cremes und Ölen für mich und meine Freunde + Bekannte eingedeckt habe.
Warum Mwani so wichtig ist: Mwani Zanzibar hat bewiesen, dass Seaweed Farming in Sansibar weit mehr sein kann als nur ein einfacher Job. Es ist ein Geschäftsmodell, das Frauen stärkt, Nachhaltigkeit fördert und ein globales Bewusstsein für faire Kosmetik schafft.
Wenn du mal auf Sansibar sein solltest, schau unbedingt bei Mwani vorbei und buche eine Tour über das Gelände. Du kannst dich hier über das Projekt und die Tour informieren.
Die Mama Chumo Cooperative – Wie eine Tour das Leben von Frauen verändert
Die Mama Chumo Cooperative wurde gegründet, um Frauen auf Sansibar einen fairen Zugang zum Seaweed Business zu ermöglichen. Durch nachhaltigen Tourismus, Workshops und direkte Verkäufe verdienen die Frauen hier bis zu 10 Mal mehr als mit dem Verkauf an Großhändler.
Wie funktioniert das?
✔ Seaweed Tour für Reisende – Touristen lernen vor Ort, wie Seaweed Farming funktioniert und welche Bedeutung es für die Community hat.
✔ In Zukunft: Direkte Verkäufe – Statt das getrocknete Seaweed für Dumpingpreise zu verkaufen, stellen die Frauen Seifen, Öle und Cremes her. Ähnlich wie bei Mwani Zanzibar.
✔ Bildung & Weiterbildung – Die Frauen erhalten Schulungen in Business-Management, Nachhaltigkeit und Tourismus.
Mein persönlicher Bezug: Als ich 2023 für drei Wochen in Sansibar war, durfte ich das World Unite Mother Nature Camp begleiten. Die Seaweed Tour gab es damals noch nicht, aber ich hatte das Glück, am ersten Brainstorming und an der Planung dieser Tour mitwirken zu können. World Unite hat dieses wundervolle Projekt dann in Bewegung gesetzt und den Seaweed-Farmerinnen eine Perspektive gegeben. Heute zu sehen, wie daraus eine erfolgreiche Initiative wurde, ist einfach inspirierend!




Noch ist das Projekt klein. Aber je mehr wir solche Initiativen sichtbar machen und unsere Reise-Erfahrungen teilen, desto größer kann der Impact werden – vielleicht sogar so groß wie bei Mwani Zanzibar.
Wenn du mehr über die Seaweed-Tour erfahren möchtest, schau doch mal auf Instagram vorbei. Dort kannst du das Team auch direkt kontaktieren, um die Tour zu buchen.
Fazit: Seaweed ist mehr als nur eine Pflanze
Seaweed ist mehr als nur eine Pflanze – sie steht für Female Empowerment, nachhaltigen Tourismus und neue Chancen für ganze Gemeinschaften. Projekte wie Mama Chumo und Mwani Zanzibar zeigen, wie viel Kraft in kleinen Ideen steckt.
Wenn du auf Reisen bewusst lokale Initiativen unterstützt, kannst du echten Impact erzeugen. Mit jeder Tour, jedem Einkauf und jedem Gespräch.
Wenn du mehr zu dem Thema “lokale Initiativen unterstützen” erfahren möchtest, kann ich dir meinen Artikel “Faires Reisen” empfehlen.
Mein persönliches Impact-Tracking:
- Community stärken: 5/5
- Kulturelle Authentizität & Austausch: 3/5
- Hidden Secret: 4/5
- Gut für die Umwelt & Natur: 4/5
👉 Wäre eine Seaweed Tour auch was für dich? Schreib’s gerne in die Kommentare!
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