Community-Based Tourismus in Kerala, Indien

Warum Community-Based Tourismus der Schlüssel zu nachhaltigem Tourismus ist

Hast du schon mal von Community-Based Tourismus gehört?

Die Art, wie wir reisen, bestimmt, wer vom Tourismus profitiert – und wer verliert. Während große Hotelketten und internationale Reiseanbieter oft das meiste Geld einstreichen, bleiben lokale Gemeinschaften oft außen vor. In vielen beliebten Destinationen führt Massentourismus zu steigenden Preisen für Einheimische, kultureller Entfremdung und ökologischen Schäden.

Doch es geht auch anders. Community-Based Tourismus (CBT) bietet eine nachhaltige Alternative, die lokale Gemeinschaften stärkt, die Natur schützt und Reisenden einzigartige, authentische Erlebnisse ermöglicht.

In diesem Artikel erfährst du:
✔ Was CBT genau ist und warum es wichtig ist
✔ Wie CBT wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile schafft
✔ 5 Tipps, wie du Community-Based Tourismus (CBT) Projekte findest & förderst

Was ist Community-Based Tourismus (CBT)?

Community-Based Tourismus (CBT) ist eine Form des Tourismus, bei der lokale Gemeinschaften den Tourismus aktiv gestalten, verwalten und von ihm profitieren. Das bedeutet, dass Einheimische Tourismusangebote wie Unterkünfte, Touren & Aktivitäten besitzen und gleichzeitig leiten.

Lokale Guides auf Bootstour in Indien
Traditionelle Handwerkskunst in einem Community-Based Tourismus Projekt in Sansibar
Community-Bases Tourismus in Sri Lanka

Das Geld, das wir für die Angebote ausgeben, bleibt dabei in der Region bzw. In der Gemeinschaft, statt an große Unternehmen zu fließen. Reisende erleben im Gegenzug authentische, tiefgehende Begegnungen und tauchen in die Kultur und den Alltag der Einheimischen ein.

Community-Based Tourismus kann viele Formen annehmen:

  • Homestays – Unterkunft bei lokalen Familien
  • Dorftouren & traditionelle Aktivitäten – z. B. Bootstouren mit Fischern oder Kochkurse
  • Nachhaltige Eco-Lodges & Farmstays – Gäste leben mitten in der Natur
  • Kulturelle Workshops & Handwerkskunst – z. B. Weben, Töpfern oder Kaffeeanbau

Warum ist Community-Based Tourismus so wichtig?

1. Wirtschaftliche Vorteile für Einheimische

Der Tourismus ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor, doch in vielen Ländern landet das meiste Geld in den Händen weniger großer Unternehmen. Der Unterschied zeigt sich besonders in Ländern, in denen der Tourismus die Hauptwirtschaftsquelle ist. In Sansibar zum Beispiel fließen über 80 % der Tourismuseinnahmen an internationale Unternehmen – Hotels, große Reiseveranstalter, Kreuzfahrtschiffe. Die lokale Bevölkerung profitiert kaum.

Community-Based Tourismus sorgt dafür, dass:

  • Einnahmen direkt in die Community fließen
  • Kleinere Unternehmen & Start-ups profitieren
  • Arbeitsplätze geschaffen werden – nicht nur im Service, sondern auch im Handwerk, Transport & Landwirtschaft
  • Menschen in den Gemeinschaften haben eine nachhaltige Einkommensquelle – unabhängig vom Massentourismus
  • Infrastruktur, Schulen & soziale Projekte werden mitfinanziert
Community-Based Tourismus in Sansibar

Wie sieht das konkret aus: Community-Based Tourismus findet häufig in ländlichen und wirtschaftlich schwächeren Regionen statt, in denen die Menschen traditionell von der Landwirtschaft oder der Selbstversorgung leben. Viele von ihnen haben zwar Jobs im Tourismus, müssen jedoch oft lange Wege in die Städte zurücklegen und sind dadurch tage- oder sogar wochenlang von ihren Familien getrennt.

Durch CBT wird ein nachhaltiges Tourismusangebot direkt in den Dörfern oder Regionen geschaffen, sodass die Gemeinschaft vor Ort aktiv in den Tourismus eingebunden wird. Anstatt in weit entfernten Hotels oder Resorts zu arbeiten, können die Menschen in ihrem eigenen Umfeld tätig sein – sei es als Guides, Gastgeber, Köche oder in anderen serviceorientierten Bereichen.

Das bedeutet: Die Einheimischen können weiterhin in ihren Dörfern leben, Zeit mit ihren Familien verbringen und gleichzeitig ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Diese Form des Tourismus stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern bewahrt auch kulturelle Traditionen und fördert den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft.

2. Kultur, Traditionen & Begegnungen fördern

Viele Orte verlieren durch Massentourismus ihre kulturelle Identität, weil Traditionen für Touristen inszeniert statt authentisch gelebt werden. Community-Based Tourismus verändert genau das.

Hier geht es nicht darum, Kultur als Show aufzuführen, sondern darum, dass die Einheimischen selbst entscheiden, was sie teilen möchten. Statt standardisierter Touristenprogramme entstehen echte Begegnungen, interaktiver Austausch und gelebte Traditionen. Das Schöne daran: Kulturelles Wissen wird weitergegeben. Wir tauchen in eine andere Welt ein und können gleichzeitig den Einheimischen vor Ort auch unsere Kultur näherbringen. Ein Austausch auf Augenhöhe. 

Warum sind diese Begegnungen so besonders und wertvoll? Weil sie echt sind. Ein Gespräch mit einem Dorfbewohner, gemeinsames Kochen oder eine spontane Einladung zu einem lokalen Fest – das sind Begegnungen und Erfahrungen, die tiefer gehen als jede Sightseeing-Tour. Du erlebst die Kultur aus der Perspektive der Menschen, die sie leben. 

Begegnungen sind keine schmückende Beigabe, keine zusätzliche Alternative, sondern sie sind wesentlich und modellieren unsere Persönlichkeit. Begegnungen stehen im Mittelpunkt des Abenteuers unseres Daseins -Charles Pépin

👉 Mein Erlebnis im Pranayakulam Homestay in Kerala war genau so eine Begegnung: Ich wurde herzlich in eine Gemeinschaft aufgenommen, lernte von Swami Meditationstechniken und erlebte den Alltag einer indischen Familie hautnah. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde! [Hier kannst du meinen Erfahrungsbericht lesen.]

3. Umwelt- und Naturschutz

Wusstest du, dass die Natur in vielen Orten unter dem Massentourismus leidet? Beispiel: Maya Bay in Thailand wurde jahrelang von Touristen überrannt – das Korallenriff kollabierte, der Strand wurde unbewohnbar. Erst nach einer dreijährigen Sperrung konnte sich die Natur erholen. CBT bedeutet oft: weniger Ressourcenverbrauch, mehr Nachhaltigkeit.

Community-Based Tourismus findet meistens in ländlichen Regionen, etwas abseits der üblichen Touristenpfade, statt. So wird der Tourismus mehr auf das ganze Land verteilt, statt einzelne Hotspots zu überlasten. Lokal geführte Touren finden außerdem oft zu Fuß, mit dem Boot oder Fahrrad statt, was weniger negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.

5 Tipps, wie du Community-Based Tourismus (CBT) Projekte findest & förderst

Übernachte in Homestays & kleinen Gästehäusern – Statt Hotelketten lieber Unterkünfte wählen, die direkt von Einheimischen geführt werden. So landet dein Geld in der Community und du erlebst die Kultur hautnah.

Buche Touren direkt bei lokalen Guides – Große Tourenanbieter umgehen und lieber direkt bei lokalen Anbietern buchen. Sie kennen die besten Geheimtipps und bieten authentischere Erlebnisse. Häufig bieten Gastgeber von homestays auch direkt Touren mit an-

Unterstütze nachhaltige Initiativen & soziale Projekte – Frauenkooperativen, Kunsthandwerksgemeinschaften oder Ökotourismus-Projekte sorgen für wirtschaftliche Unabhängigkeit und bewahren Kultur & Natur.

Google einfach mal konkret nach Community-Based Tourismus in deinem Urlaubsland – Oft gibt es schon Angebote, die damit gekennzeichnet sind. In Thailand gibt es sogar Netzwerke, die viele Angebote bündeln, wie die Thai Responsible Tourism Association

Achte auf transparente Einnahmenverteilung – Informiere dich über das Angebot. Steckt da ein großer kommerzieller Reiseanbieter zwischen dir und der Community? Dann solltest du besser die Finger davon lassen.


👉 Hast du schon eine Reise mit Impact erlebt oder an einem Community-Based Projekt teilgenommen? Teile deine Erfahrung in den Kommentaren!

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