Wenn man an Nepal denkt, denken die meisten zuerst an den Mount Everest. Und ja – Trekking im Himalaya ist einer der Hauptgründe, warum so viele Reisende ins Land kommen. Reiseanalysen zeigen, dass ein Großteil der Nepal-Reisenden primär wegen Trekkingrouten wie dem Everest Base Camp anreist.
Doch Nepal auf den Everest zu reduzieren, wird diesem Land nicht gerecht.
Denn Nepal ist so viel mehr: kulturell, spirituell, landschaftlich – und vor allem menschlich.
Dieser Artikel ist eine Einladung: Nepal nicht nur als Everest-Land zu sehen, sondern als ein Land, das dich in jeder Ecke überrascht. Zusammen mit Village Adventures Partner TrekNepalwithus werde ich in diesem Artikel die 10 magischsten Erlebnisse & Orte in Nepal vorstellen, die uns immer wieder aufs Neue überraschen.

Nepal-Checkliste: Was du (wirklich!) erleben solltest
Hier in Kurzform, die wichtigsten Dinge, die du unbedingt in Nepal machen solltest. Ich empfehle übrigens, sich mindestens 14 Tage Zeit zu nehmen, wenn nicht sogar drei Wochen. Die Infrastruktur ist nicht wirklich gut ausgebaut (kommt aber immer mehr!). Die Straßen sind teilweise in schlechtem Zustand, so dass man deutlich länger von Ort zu Ort braucht, als Google Maps anzeigt.
- Trekking-Tour: 2–3 Tage Annapurna-Region (z. B. Poon Hill)
- Kathmandu Valley intensiv: Stupas, Tempel, Altstadtplätze, Streetlife
- Kloster-Übernachtung: einmal bei Mönchen leben, morgens Mantras hören
- Sonnenaufgang im Himalaya: Nagarkot – mein Herzensort
- Holi-Festival erleben (wenn du im März da bist): pure Lebensfreude
- Chitwan Nationalpark: Safari, Tharu-Kultur, mit Glück Nashörner sehen
- Pokhara + Paragliding: Himalaya-Panorama aus der Luft
- Essen: Momos + Dal Bhat unbedingt probieren!
- In Homestays übernachten: Nepal ist perfekt dafür
- Wild Water Rafting auf dem Trishuli River
Warum Nepal mich so fasziniert hat
Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt – und trotzdem habe ich selten so viele zufriedene, herzliche und offene Menschen erlebt. Das ist kein romantisches „Armut-glücklich“-Narrativ, sondern eine echte Beobachtung: Die Menschen wirken präsent, verbunden, gemeinschaftlich. Besitz spielt eine andere Rolle. Zeit, Familie, Spiritualität und Alltag haben Gewicht.
Dazu kommt eine unglaubliche Vielfalt auf kleinem Raum: subtropische Ebenen im Süden, dichte Dschungel, Nationalparks, hügelige Reisterrassen, spirituelle Städte – und dann plötzlich: der Himalaya. Kaum ein anderes Land bietet auf so kurzer Distanz so unterschiedliche Landschaften und Lebensweisen.
Und über allem liegt diese tiefe Spiritualität, die ich so intensiv noch in keinem anderen Land erlebt habe. Hinduismus und Buddhismus existieren selbstverständlich nebeneinander. Tempel, Gebetsflaggen, Räucherstäbchen, Mantras – all das ist Teil des Alltags und wirklich überall zu finden.


Kathmandu & Bhaktapur – Überforderung und Faszination zugleich
Kathmandu ist intensiv. Laut. Chaotisch. Und gleichzeitig unfassbar faszinierend.
Die Stadt liegt auf etwa 1.400 Metern Höhe und ist das kulturelle und spirituelle Zentrum Nepals. Was mich hier besonders beeindruckt hat: Religion ist überall präsent, ohne sich aufzudrängen.


Orte, die ich besonders empfehlen kann:
Die Boudhanath Stupa, eine der größten buddhistischen Stupas der Welt. Einmal um sie herumzugehen – langsam, gegen den Uhrzeigersinn – hat etwas Meditatives. Diese Stupas findet man in Nepal übrigens überall. Sie dienen als Reliquienbehälter und als Pilgerstätten zur Meditation und Verehrung. Sie symbolisieren Buddhas Erleuchtung, mit typischen Merkmalen wie den “allsehenden Augen”.


Swayambhunath, der sogenannte Monkey Temple, ist energetisch kaum zu beschreiben. Der Aufstieg ist anstrengend, aber oben wirst du mit einem Blick über das Kathmandu Valley belohnt, der alles relativiert.



Und dann Pashupatinath – einer der heiligsten Hindu-Tempel Nepals. Hier durfte ich eine Verbrennungszeremonie am Fluss miterleben. Das klingt im ersten Moment befremdlich, war für mich aber eine der intensivsten Erfahrungen meiner Reise. Der Tod ist hier sichtbar, akzeptiert und Teil des Lebens.
Patan Darbar Square & Durbar Platz: Zwei Plätze, die voll mit wunderschönen Tempeln sind. Hier gibt es viel zu gucken und über die Kultur zu erfahren.


Nagarkot – mein persönlicher Herzensort
Nach dem Trubel Kathmandus fühlte sich dieser Ort an wie ein tiefes Durchatmen. Nagarkot liegt erhöht, umgeben von Natur, kleinen Dörfern und Feldern. Hier dominieren Homestays statt Hotels – und genau das macht den Ort so besonders.
Ich kann nicht einmal genau sagen, warum mich Nagarkot so berührt hat. Vielleicht war es die Stille. Vielleicht die Einfachheit. Vielleicht der Moment, um morgens mit Blick auf den Himalaya aufzuwachen und die spektakulärsten Sonnenaufgänge bei Shanti Danda zu sehen.
Zusammen mit der Familie aus dem homestay haben wir hier Momos frisch zubereitet. So ein Kochkurs kann ich auch nur empfehlen. Der Ort ist auch bekannt für Wanderungen und Yoga Kurse. Nagarkot ist entschleunigend. Hier habe ich gespürt, wie gut mir langsames Reisen tut.
Wenn du Lust hast, diesen Ort genauso authentisch zu erleben, kann ich dir folgende Tour wärmstens empfehlen:
👉 2 Tage Nagarkot Homestay Experience


Pokhara – zwischen See, Bergen und Adrenalin
Pokhara fühlt sich leichter an als Kathmandu. Das könnte aber auch daran liegen, dass hier deutlich weniger Leute wohnen (ca. 500.000 vs Kathmandu: 1,2 Millionen). Trotzdem ist es die zweitgrößte Stadt Nepals. Der Phewa-See ist das Herz der Stadt – eine Bootsfahrt hier, mit Blick auf die umliegenden Berge, gehört einfach dazu.
Pokhara ist aber auch das Zentrum für Abenteuer. Besonders bekannt ist die Region fürs Paragliding. Nepal zählt weltweit zu den besten Spots – dank Thermik, Höhe und Himalaya-Panorama. Wenn du in Pokhara sein solltest, musst du unbedingt einmal Paragliding ausprobieren. Dieses Panorama bekommst du sonst nirgends auf der Welt. Die Flüge gehen alle vom bekannten Sarankot-Hügel ab. Die Touren kannst du aber unten in der Stadt problemlos buchen.
Mein Flug war… intensiv. Der Ausblick war atemberaubend, mein Magen weniger begeistert
Trotzdem: diese Perspektive auf die Landschaft werde ich nie vergessen.



Annapurna statt Everest – 2-3 Tage Trekking müssen sein
Nicht jeder möchte – oder kann – zwei Wochen zum Everest Base Camp wandern. Und das ist vollkommen okay. Vor allem, wenn man ja auch den Rest von Nepal sehen möchte.
Die Annapurna-Region bietet fantastische Alternativen. Ich bin einen 3-tägigen Poon-Hill-Trek gelaufen – und er hat mir alles gegeben, was ich mir vom Himalaya erhofft hatte.
Du wanderst durch kleine Dörfer, begegnest immer wieder herzlichen Menschen, Eseln und Wildpferden. Du schläfst in einfachen Teehäusern, die extrem viel Charme haben. Der Sonnenaufgang vom Poon Hill, mit Blick auf die Annapurna-Kette, ist kraftvoll und unvergesslich. Hier lohnt sich das frühe Aufstehen wirklich. Der Poon-Hill liegt übrigens auf knapp 3.200 Metern. Wer mit Höhe Probleme hat, sollte die Wanderung vielleicht eher auf 4-5 Tage strecken und es langsam angehen. Grundsätzlich kann ich auch hier mal wieder empfehlen, außerhalb der Haupt-Reisezeit zu reisen. Im Rest des Landes bekommt man es nicht so mit, aber auf den Treks kann es schon sehr voll werden.



Chitwan Nationalpark – Natur, Tierwelt und Tharu-Kultur
Der Chitwan Nationalpark liegt im Süden Nepals und ist landschaftlich ein kompletter Kontrast zum Rest des Landes. Flach, tropisch, grün.
Hier lohnt es sich, mindestens ein bis zwei Tage zu verbringen. Nicht nur wegen der Safari – sondern auch wegen der Kultur. Mit etwas Glück siehst du Elefanten, Krokodile und das seltene panzrige Nashorn, für das Nepal bekannt ist. Definitiv eine atemberaubende Erfahrung. Und eine Safari hier, ist auch deutlich günstiger als in Afrika!
Aber genauso spannend ist die Begegnung mit der Tharu-Kultur, die eng mit der Region verbunden ist. Bewundere ihre mit Lehm verputzten Häuser mit kunstvollen Wandmalereien, genieße traditionelle Stocktänze und probiere ein typisches Tharu-Essen.


Lumbini – der Ursprung des Buddhismus
Lumbini ist der Geburtsort Buddhas – und ein Ort, der ganz anders wirkt als der Rest Nepals. Ruhiger. Geordneter. Spirituell.
Besonders spannend: Viele Länder haben hier eigene Tempel gebaut – du wanderst durch eine internationale spirituelle Landschaft. Der heilige Baum, der Geburtsort Buddhas – all das macht Lumbini zu einem besonderen Ort.

Holi in Nepal – ein Fest, das verbindet
Das Holi-Fest, auch bekannt als Phagu Purnima, ist ein bedeutendes Fest in Nepal und in anderen Teilen Indiens. Es wird im Frühling gefeiert und ist auch als das Festival der Farben und des Frühlings bekannt. Die Feierlichkeiten beginnen in der Nacht vor dem Hauptfesttag mit einem großen Feuer, bei dem böse Geister vertrieben werden sollen. Am nächsten Tag werfen die Menschen Farbpulver und Wasser aufeinander und feiern mit Freunden und Familie. Es ist ein Fest des Neubeginns und der Gemeinschaft und ein wichtiger Teil der nepalesischen Kultur.
Ich habe Holi in Kathmandu erlebt: Menschen jeden Alters, lachend, tanzend, bunt. Diese Erfahrung kann ich dir zu mehr als 100% Empfehlen.
Wenn du im März in Nepal bist, ist Holi ein Erlebnis, das du definitiv mitnehmen solltest. Wenn du Lust hast, dieses Fest mit Einheimischen zusammen zu erleben, kann ich dir folgende Tour wärmstens empfehlen:
👉 Holi Festival Nepal – Fagu Purnima


Klosterleben in Namobuddha
Eine der tiefgehendsten Erfahrungen, die du in Nepal sammeln kannst ist eine Übernachtung in einem Kloster. Namobuddha ist ein heiliger Ort des Buddhismus. Hier geht es nicht um Rückzug im klassischen Sinn, sondern um Teilnahme am klösterlichen Alltag.
Eine Übernachtung in einem Kloster, ist eine seltene Gelegenheit, ganz tief in eine andere Lebensweise einzutauchen und den Alltag einen Moment hinter sich zu lassen.
Frühes Aufstehen, Gebete, Mantras, einfache Mahlzeiten. Besonders berührend ist das Purna-Gebet, bei dem Mitgefühl, Achtsamkeit und Dankbarkeit im Fokus stehen. Wenn du dich für Spiritualität und die Kultur Nepals interessiert, ist so eine Erfahrung sehr emotional und tief.
Du kannst so eine Kloster-Experience übrigens direkt über Village Adventures buchen:
👉 3 Tage Klosterleben – Übernachtung bei Mönchen in Namobuddha

Homestays in Nepal – der Schlüssel zu echtem authentischem Alltag
Nepal ist eines der Länder mit der höchsten Homestay-Dichte. Und das hat einen Grund:
Gastfreundschaft ist hier tief verankert. In einem Homestay lebst du nicht neben dem Alltag – du bist Teil davon. Gemeinsam essen, lachen, kochen, arbeiten. Für mich sind Homestays der ehrlichste Weg, ein Land zu verstehen. Und Nepal ist dafür perfekt.
Essen in Nepal: Momos, Dal Bhat
- Momos: Nepals Comfort Food. Kleine Teigtaschen, gedämpft oder gebraten, oft mit würziger Sauce. Achtung: Sehr scharf!
- Dal Bhat: Das „Everyday Meal“: Linsen, Reis, Gemüse, oft Pickles – sehr simpel aber mein absolutes Favorite-Food, was ich so gut wie jeden Tag gegessen habe.


Mein Fazit: Nepal hat mich überrascht wie kein anderes Land
Ich hatte vor Nepal keine riesigen Erwartungen – und vielleicht hat es mich genau deshalb so getroffen. Nepal ist laut und leise zugleich. Spirituell, ohne kitschig zu sein. Naturgewalt, aber auch Dorfleben. Und Menschen, die dich mit einer Selbstverständlichkeit freundlich behandeln, die ich selten so erlebt habe.
💬 Frage an dich:
Was zieht dich mehr nach Nepal – die Berge oder die Spiritualität? Oder genau die Mischung aus beidem?

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