Die höchst befahrbarste Straße der Welt, türkisfarbene Bergseen auf mehr als 4.000 Metern, buddhistische Klöster zwischen kargen Bergen und Landschaften, die an manchen Stellen eher an den Mond als an Indien erinnern. So ungefähr hatte ich mir Ladakh vorgestellt – und genau so war es auch.
Mich hat dabei weniger interessiert, möglichst viele berühmte Fotospots abzuhaken. Ich wollte wissen, wie Menschen hier leben: in Dörfern auf über 4.000 Metern Höhe, weit entfernt von großen Städten, mit langen Wintern und einer Natur, die den Alltag bis heute bestimmt.
| Reisedauer | 8 Tage |
| Route | Leh – Nubra Valley – Sumur – Pangong Lake – Chushul – Kungyam – Phyang – Likir |
| Highlights | authentisches Dorfleben in Kungyam, Kalte Wüste im Nubra Valley, Normadenleben in Chushul, buddhistische Klöster |

Was macht Ladakh so besonders?
Ladakh liegt im äußersten Norden Indiens. Die Region wird von großen Gebirgszügen wie Karakorum, Zanskar und Himalaya geprägt und gehört zu den höchstgelegenen dauerhaft besiedelten Regionen Indiens. Leh, der wichtigste Ausgangspunkt für Reisen, liegt bereits auf rund 3.500 Metern Höhe.
Kulturell und landschaftlich fühlt sich Ladakh in vielen Teilen deutlich anders an als das Indien, das ich von früheren Reisen kenne. Auch die Küche ist an Klima und Höhe angepasst. Momos, Thukpa, Khambir, Buttertee und einfache Gerichte mit regional angebautem Gemüse begegnen euch immer wieder. Gerade in Homestays bekommt ihr einen guten Einblick darin, was Familien selbst essen – und genau diese Mahlzeiten waren auf meiner Reise oft die besten.
Beste Reisezeit für Ladakh
Für eine klassische Rundreise ist der Sommer die einfachste Zeit. Das offizielle Ladakh Tourism führt Mai bis September als Sommersaison für See-Ausflüge, Trekking und Biking. Im Frühjahr und Herbst kann die Region ebenfalls wunderschön sein, allerdings wird das Wetter unberechenbarer und einzelne Straßen können wegen Schnee oder Arbeiten kurzfristig schwierig werden.
Ich war Ende Mai in Ladakh. Das hatte einen großen Vorteil: An vielen Orten war noch erstaunlich wenig los. Gleichzeitig war es auf den Pässen und abends teilweise richtig kalt. Eine warme Daunenjacke, Mütze und mehrere Schichten gehören deshalb auch dann ins Gepäck, wenn in Leh tagsüber die Sonne scheint.


Anreise: Von Delhi nach Leh
Am einfachsten erreicht ihr Ladakh per Flug über Delhi. Direktflüge von Delhi nach Leh dauern ungefähr 1 Stunde und 15 Minuten. Schon die Anreise ist spektakulär: Bei klarer Sicht zieht unter euch eine endlose Berglandschaft vorbei, bevor das Flugzeug zur Landung ansetzt. Der Flughafen in Leh ist übrigens der kleinste Flughafen, den ich je gesehen habe.
Viel Zeit zum Ankommen bleibt dem Körper allerdings nicht: Innerhalb eines kurzen Fluges geht es von nahezu Meereshöhe auf rund 3.500 Meter. Genau deshalb beginnt eine gute Ladakh Reise nicht mit Sightseeing, sondern mit Akklimatisierung.
Der wichtigste Tipp vorab: Nehmt die Höhe ernst
Die Behörden in Leh empfehlen Reisenden, die per Flug ankommen, mindestens 48 Stunden zur Akklimatisierung einzuplanen, bevor es in noch höher gelegene Regionen wie Khardung La oder Pangong geht. In diesen ersten beiden Tagen könnt ihr Leh und die nähere Umgebung ruhig erkunden – anstrengende Wanderungen oder die schnelle Weiterfahrt auf über 4.000 Meter würde ich aber vermeiden.
Mein Tipp: Sucht euch für die ersten zwei Nächte eine schöne Unterkunft, schaltet am Ankunftstag bewusst einen Gang zurück, esst gut, trinkt regelmäßig und schlaft viel. Ich hatte nach der Ankunft leichte Kopfschmerzen und habe sehr schnell gemerkt, wie trocken die Höhenluft ist. Lippenpflege und eine gute Feuchtigkeitscreme gehören für mich beim nächsten Mal definitiv wieder ins Gepäck.
Fahrer, Guide und Permits: Würde ich Ladakh alleine organisieren?
Für ein bis zwei Wochen in Ladakh würde ich persönlich entweder einen Fahrer für die gesamte Reise oder direkt eine organisierte Tour buchen. Die Entfernungen sehen auf der Karte teilweise überschaubar aus, in der Realität führen die Straßen aber über hohe Pässe, durch abgelegene Täler und über Strecken, auf denen Wetter, Baustellen oder Straßenzustand die Fahrzeit schnell verändern.
Dazu kommen Permit-Regelungen für bestimmte geschützte und grenznahe Gebiete. Welche Genehmigungen ihr benötigt, hängt unter anderem von Route und Nationalität ab und kann sich ändern.
Der größte Vorteil eines lokalen Guides war für mich aber nicht die Logistik. In kleineren Dörfern wird häufig wenig Englisch gesprochen. Ein Guide übersetzt, erklärt Zusammenhänge und öffnet Gespräche, die sonst kaum möglich wären. Viele der spannendsten Informationen auf dieser Reise standen in keinem Reiseführer.
Leh: Ankommen, akklimatisieren und Momos kochen
Die ersten beiden Nächte verbrachte ich im Thiksey Homestay etwas außerhalb von Leh. Für den Start war das perfekt: ein ruhiger Garten, Kühe, große Zimmer und genug Platz, um wirklich einmal nichts zu tun. Die Gastgeberin kocht außerdem hervorragend und bietet einen Momo-Kochkurs an. Der erste Tag bestand hauptsächlich aus Tee, Essen, Schlaf und ein bisschen Garten.
Übernachten:
Thiksey Homestay. Besonders gut für die ersten Nächte, wenn ihr nach dem Flug bewusst ruhig starten möchtet.


Leh entdecken: Shey Palace, Leh Palace und Old Town
Am zweiten Tag lässt sich die nähere Umgebung von Leh entspannt erkunden. Ein guter erster Stopp ist der Shey Palace rund 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Shey war früher ein königlicher Sitz Ladakhs; der Palastkomplex wurde im 17. Jahrhundert ausgebaut. Besonders bekannt ist die mehrere Stockwerke hohe, vergoldete Buddha-Shakyamuni-Statue.
Danach lohnt sich der Leh Palace. Der Palast wurde ebenfalls im 17. Jahrhundert errichtet und thront direkt über der Altstadt. Innen ist er vergleichsweise schlicht, aber der Blick über Leh und die umliegenden Berge lohnt sich dafür umso mehr.
Anschließend geht es in die Altstadt Lehs und auf den Main Bazaar. Das war wahrscheinlich der touristischste Ort meiner gesamten Reise – und trotzdem würde ich ihn nicht auslassen. Die breiten Fußgängerbereiche, gemütlichen Cafés, Restaurants, Outdoor-Shops, kleinen Läden und Gebetsfahnen machen Leh zu einem angenehmen Start- und Endpunkt der Rundreise und zu einem tollen Fotomotiv.
Mein Tipp: Erledigt hier alles, was ihr für die nächsten Tage braucht. Medikamente, Snacks, Outdoor-Equipment und vor allem genügend Bargeld. Außerhalb von Leh werden ATMs und Kartenzahlung deutlich unzuverlässiger.





Über den Khardung La ins Nubra Valley
Jetzt beginnt der eigentliche Roadtrip. Von Leh führt die Straße über den Khardung La in Richtung Nubra Valley. Der Pass liegt auf rund 5.359 Metern und gehört zu den höchsten befahrbaren Pässen der Welt. Ich bin oben kurz für ein Foto ausgestiegen und habe die Höhe sofort gemerkt: Kälte, dünne Luft und innerhalb kürzester Zeit Kopfschmerzen. Deshalb lieber nicht unnötig lange am höchsten Punkt stehen bleiben, sondern weiterfahren und wieder Höhe verlieren.
Hinter dem Pass öffnet sich das Nubra Valley. Das Tal war historisch Teil wichtiger Karawanen- und Handelsrouten zwischen Ladakh und Zentralasien. Bis heute erinnern die doppelhöckrigen Kamele an diese Zeit. Gleichzeitig ist Nubra für seine ungewöhnliche kalte Wüstenlandschaft bekannt – Sanddünen zwischen mehreren Tausend Meter hohen Bergen sieht man nicht jeden Tag.
Ein klassischer Stopp im Nubra Valley ist Diskit. Das im 15. Jahrhundert gegründete Diskit Monastery gilt als ältestes und größtes Kloster des Tals. Direkt daneben steht eine rund 30 Meter hohe Maitreya-Buddha-Statue, die über die Landschaft blickt.
Fast noch beeindruckender als die Statue ist der Blick von hier oben. Das breite Tal, der Shyok River, grüne Siedlungen und dahinter die kargen Berge zeigen ziemlich gut, warum Ladakh landschaftlich so schwer mit anderen Regionen zu vergleichen ist.


Sumur: Das ruhigere Nubra Valley
Statt im bekannteren Hunder zu übernachten, fuhren wir weiter nach Sumur. Das Dorf liegt abseits des größten Besucherandrangs und war für mich die bessere Basis, um Nubra etwas ruhiger kennenzulernen. Hier gibt es Felder, kleine Klöster, traditionelle Häuser und mit Samstanling eines der wichtigen Klöster der Region.
Mein persönlicher Geheimtipp sind die Sanddünen rund um Sumur. Sie sind kleiner als die bekannten Dünen bei Hunder, aber gerade das macht den Reiz aus. Bei unserem Besuch waren kaum andere Menschen dort. Sand, schneebedeckte Berge und Kamele in einer Höhe von mehr als 3.000 Metern – diese Kombination wirkt tatsächlich ein bisschen wie ein anderer Planet.

Yarab Tso und die heißen Quellen von Panamik
Von Sumur lassen sich mehrere kleinere Ausflüge verbinden. Der Yarab Tso ist ein kleiner, für die lokale Bevölkerung heiliger See, den man nach einem kurzen Spaziergang erreicht. Er ist kein spektakulärer riesiger Bergsee wie Pangong, sondern ein stiller Ort zwischen den Bergen. Gerade deshalb fand ich ihn besonders.
Weiter nördlich liegt Panamik, das für seine heißen Quellen bekannt ist. Die Kombination aus warmem Wasser und Blick auf die umliegenden Berge ist ziemlich ungewöhnlich – und ein schöner Zwischenstopp, wenn ihr einen zusätzlichen Tag im Nubra Valley habt.


Ein Abend mit einer Fraueninitiative in Sumur
Mein Highlight in Sumur war kein klassischer Sightseeing-Stopp, sondern ein Abend mit Frauen aus dem Dorf. Sie trugen traditionelle Kleidung, erklärten uns mehr über frühere Lebensweisen in Ladakh, tanzten, servierten lokale Gerichte und teilten ihre Geschichten.
Hier saßen wir lange zusammen, haben gegessen, Fragen gestellt und natürlich irgendwann mitgetanzt. Dazu gab es Chhang, ein traditionelles, leicht alkoholisches Getreidegetränk, das in Ladakh und anderen Himalaya-Regionen verbreitet ist.
Übernachten:
Nubra Homestay in Sumur. Wenn eure Route es zulässt, würde ich für Sumur eher zwei Nächte als nur einen schnellen Zwischenstopp einplanen. Dieses Homestay war wirklich eins meiner Highlights auf der Reise. Das Haus selbst ist in jahrelanger Arbeit vom Gastgeber selbst gebaut worden, mit ganz viel Liebe und wunderschönen Details: Der Blick aus dem Fenster heraus ist einzigartig. Man guckt in den angrenzenden Buddha-Park, wo man auch die Möglichkeit hat, bei längerem Aufenthalt an einem Meditations-Workshop/Session teilzunehmen. Das würde ich definitiv machen, wenn ich nochmal wiederkomme.



Pangong Lake: Blau auf 4.350 Metern
Von Nubra ging es weiter Richtung Pangong Lake. Auf dem Weg kann man – je nach Route und Straßenzustand – noch kleinere Klöster und Dörfer mitnehmen. Dann taucht irgendwann dieses intensive Blau zwischen den kargen Bergen auf.
Pangong Tso liegt auf ungefähr 4.350 Metern Höhe und zieht sich rund 160 Kilometer durch die Hochgebirgslandschaft. Ein Teil des Sees liegt auf indischer, ein größerer Teil auf chinesischer Seite. Je nach Licht wechselt das Wasser zwischen tiefem Blau, Türkis und graugrünen Tönen.
Für viele indische Reisende ist Pangong eines der großen Ladakh-Highlights. Zusätzliche Bekanntheit bekam der See als Drehort des Bollywood-Films „3 Idiots“. Entsprechend kann es an den bekannten Fotopunkten in der Hauptsaison voll werden. Wer direkt am See übernachtet, erlebt ihn früh am Morgen und am Abend deutlich ruhiger.



Astrostays direkt am Pangong Lake
Meine Unterkunft war Astrostays im Maan Village. Das Homestay liegt auf rund 4.300 Metern und verbindet eine Übernachtung bei einer lokalen Familie mit Community-basiertem Astro-Tourismus. Schon aus dem Zimmer schaut ihr auf die Berge und den See.
Wenn es warm genug ist, könnt ihr zum See laufen, picknicken oder einfach eine Weile am Ufer sitzen. Ende Mai war es dafür bei mir noch eher die Kategorie: Jacke an und bewegen. Aber gerade die klare, kalte Luft und die fast leere Umgebung hatten ihren eigenen Reiz.
Übernachten:
Astrostays im Maan Village – direkt am Pangong Lake und besonders spannend, wenn ihr Community Tourism und Sternenbeobachtung verbinden möchtet.


Chushul und Kungyam: authentisches Dorfleben
Der nächste Abschnitt führte uns tiefer in die Changthang-Region. Ein sinnvoller Halt ist Chushul. Der Ort liegt in einer strategisch sensiblen Grenzregion und ist eng mit der Geschichte des indisch-chinesischen Krieges von 1962 verbunden. In der Nähe erinnert das Rezang La War Memorial an die Soldaten des 13 Kumaon Regiments, die hier während der Kämpfe ums Leben kamen.
Chushul ist aber auch ein guter Ausgangspunkt, um einen ganz anderen Teil Ladakhs kennenzulernen: die Lebensweise der Changpa und anderer Hirtenfamilien im Hochland.
Wir besuchten eine Familie, die mit Ziegen lebt. Die berühmte Ladakh-Pashmina stammt von Changthangi-Ziegen, deren besonders feine Unterwolle an das extreme Hochgebirgsklima angepasst ist. Im Frühjahr und Frühsommer wird diese Unterwolle ausgekämmt und später weiterverarbeitet.
Ich durfte beim Striegeln und Auskämmen helfen – und natürlich sehr viel Zeit mit den Ziegen und ihren Jungen verbringen. Danach zog die Hirtin mit der Herde los, um geeignete Weideflächen zu suchen. Wer möchte, kann sie ein Stück begleiten. Für mich ein so echtes, emotionales Erlebnis, was mir wirklich noch Lange in Erinnerung bleiben wird.




Kungyam: Für mich genau das, was Village Adventures bedeutet
Anschließend ging es weiter nach Kungyam. Das Dorf liegt deutlich abseits der klassischen Leh–Nubra–Pangong-Runde und war deshalb einer meiner liebsten Stopps. Nicht, weil es hier eine große Sehenswürdigkeit gibt, sondern weil man tatsächlich Zeit im Dorf verbringt.
Wir übernachteten im Kungyam Homestay bei einer sehr herzlichen Familie. Die Unterkunft ist einfach und genau das passt zum Ort. Abends saßen alle im Wohnzimmer auf dem Boden rund um den Ofen und kochten gemeinsam. Mit den beiden Töchtern der Familie machten wir außerdem einen Dorfspaziergang durch Gärten und Felder, besuchten andere Familien, lernten etwas über Landwirtschaft und saßen zwischendurch immer wieder bei Tee zusammen.
Wer mehr Zeit hat, kann von Kungyam aus Halb- oder Tageswanderungen unternehmen. Mit etwas Glück begegnen euch dabei Yaks. Dieses Glück hatte ich leider nicht – ein guter Grund, noch einmal wiederzukommen.
Übernachten:
Kungyam Homestay. Wegen der langen Anfahrt würde ich hier, wenn möglich, zwei Nächte statt nur einer einplanen.




Phyang: Kloster, Eco Homestay und Stargazing
Zurück Richtung Leh ging es weiter nach Phyang, nur rund 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Dadurch eignet sich das Dorf sehr gut für die letzten Nächte: ruhig und ländlich, aber nah genug an Leh für Ausflüge oder den Rückweg zum Flughafen.
Übernachten:
Phyang Eco Residence. Das lokal geführte Homestay liegt zwischen Gärten und Feldern mit großartigem Blick auf die umliegenden Berge. Viele Lebensmittel für die Mahlzeiten stammen aus dem eigenen Garten.
Direkt oberhalb des Dorfes liegt das Phyang Monastery. Das Kloster stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den wichtigen buddhistischen Anlagen der Region. Gerade nach mehreren langen Fahrtagen war es angenehm, ein solches Kloster einmal ohne große Anreise direkt vom Dorf aus besuchen zu können.
CosmoHub: Sterne schauen mit den Frauen aus Phyang
Am Abend solltet ihr unbedingt eine Stargazing Session im CosmoHub einplanen. Das Projekt verbindet Astronomie, ladakhische Geschichten und lokale Einkommensmöglichkeiten. Frauen aus dem Dorf führen durch die Sessions, erklären Sterne und Planeten und verbinden moderne Teleskope mit lokalem Wissen und Erzählungen über den Nachthimmel.
Ladakh eignet sich mit seiner trockenen Luft, der Höhe und wenig Lichtverschmutzung hervorragend zum Sternebeobachten.



Likir und Alchi: Töpfern und tausend Jahre alte Kunst
Für den letzten Ausflug fuhren wir von Phyang nach Likir. Das Dorf ist für eine Handwerkstradition bekannt, die in Ladakh inzwischen nur noch an wenigen Orten in dieser Form erhalten ist: die traditionelle Töpferei.
Im Likir Pottery Homestay durfte ich selbst an die Drehscheibe. Die traditionelle Keramik wird mit lokalem Ton und einem handbetriebenen Rad hergestellt. Wie bei fast jedem Handwerk sieht es bei den Menschen, die es seit Jahren machen, völlig mühelos aus. Sobald man selbst davor sitzt, merkt man ziemlich schnell, wie viel Gefühl dafür nötig ist.
Wer sich für Handwerk interessiert, kann hier nicht nur einen Workshop machen, sondern auch übernachten und mehr Zeit im Dorf verbringen.
Auf dem Rückweg lohnt sich ein Halt in Alchi. Das Alchi Monastery liegt anders als viele Klöster Ladakhs nicht hoch oben auf einem Felsen, sondern unten im Tal und ist vor allem für ihre außergewöhnlichen buddhistischen Wandmalereien und Skulpturen bekannt, in denen sich Einflüsse aus Kaschmir, Tibet und dem Himalaya-Raum verbinden.
Selbst wenn ihr nach einer Woche Ladakh denkt, ihr hättet jetzt wirklich genug Klöster gesehen: Alchi würde ich trotzdem mitnehmen. Die Kunst im Inneren unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Anlagen der Reise.
Mein Tipp: Und wenn ihr sowieso in Alchi seid, plant unbedingt Mittagessen im Alchi Kitchen ein. Das Restaurant interpretiert ladakhische Gerichte modern und war für mich eines der kulinarischen Highlights der Reise. Perfekt, um vor der Rückfahrt nach Phyang noch einmal ganz in Ruhe zu essen.



Mein Fazit: Warum Ladakh so besonders ist
Ladakh lebt natürlich von seinen großen Bildern: schneebedeckte Pässe, kahle Gebirge, türkisblaue Seen und Klöster, die aussehen, als wären sie direkt an den Fels gebaut worden. Allein dafür lohnt sich die Reise. Was ich aber mindestens genauso spannend fand, waren die kleineren Geschichten dazwischen. Mit einer Familie in Kungyam kochen. Frauen in Sumur kennenlernen. Verstehen, wo Pashmina eigentlich herkommt. In Likir zum ersten Mal töpfern. Im CosmoHub mit Einheimischen durch ein Teleskop schauen.
Gerade abseits der bekannten Stopps bekommt man einen Eindruck davon, wie Menschen in einer der extremsten bewohnten Landschaften der Welt ihren Alltag organisieren und wie eng Landwirtschaft, Tiere, Religion, Familie und Jahreszeiten miteinander verbunden sind. Wer Lust auf außergewöhnliche Natur hat, aber gleichzeitig nicht nur Landschaft fotografieren möchte, ist in Ladakh genau richtig. Die Region funktioniert besonders gut, wenn ihr euch Zeit für Homestays, Dörfer und Begegnungen nehmt. Genau dort wurde diese Reise für mich am spannendsten.
Du möchtest Ladakh selbst erleben?
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→ Village Adventures – individuelle Reiseplanung


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