Tunesien? Da denken viele wahrscheinlich zuerst an Badeurlaub, All Inclusive, lange Sandstrände und Djerba. Und ja: Das Land kann Strandurlaub ziemlich gut. Aber ist das wirklich alles? Genau diese Frage habe ich mir vor meiner 8-tägigen Reise über das tunesische Festland gestellt. Die Antwort nach acht Tagen könnte eindeutiger kaum sein: Nein. Tunesien hat so viel mehr zu bieten – und ist für mich eines der am meisten unterschätzten Reiseziele rund ums Mittelmeer.
Zwischen verwinkelten Medinas, grünen Olivenhainen, kleinen Fischerdörfern, einer Insel, die erstaunlich wenige internationale Reisende auf dem Schirm haben, römischer Geschichte, goldenen Sanddünen und den bizarren Felslandschaften der Dahar-Region zeigt Tunesien innerhalb kürzester Zeit unglaublich viele Gesichter. Dazu kommen eine Küche, bei der man am liebsten jede Mahlzeit verlängern möchte, und eine Gastfreundschaft, die meine Reise überall begleitet hat.


| Reisedauer | 8 Tage |
| Route | Tunis – Douar Laroussi – Hergla – Kairouan – Sfax – Kerkennah – El Jem – Douz – Sahara – Chenini |
| Highlights | Medinas, lokale Workshops, Charfia-Fischerei, römische Geschichte, Sandboarding, Höhlendörfer |
Vor der Reise: Bitte einmal die Französisch-Skills entstauben
Arabisch ist die offizielle Sprache Tunesiens, Französisch spielt im Alltag aber weiterhin eine sehr große Rolle. In Hotels und touristischen Orten kommt ihr häufig mit Englisch zurecht. Sobald ihr jedoch tiefer ins Land fahrt, kleinere Dörfer besucht oder wirklich mit Menschen ins Gespräch kommen möchtet, wird Französisch enorm hilfreich.
Mein ehrlichster Tipp vorab: Lernt zumindest ein paar Sätze, Zahlen und Fragen. Es geht nicht darum, perfekte Grammatik zu sprechen. Schon ein freundliches „Bonjour“, „Merci“ oder „C’était délicieux“ öffnet Türen – und macht Begegnungen so viel persönlicher.
Tunis: Ankommen und direkt mitten hinein
Tunis ist nicht nur die Hauptstadt, sondern der perfekte Einstieg in eine Rundreise. Die Stadt selbst zählt grob 700.000 Einwohner; im Großraum leben deutlich über zwei Millionen Menschen. Trotzdem fühlt sich die historische Medina an vielen Stellen wie eine eigene kleine Welt an. Ihre Geschichte reicht bis in die frühe arabisch-muslimische Epoche des Maghreb zurück, und zwischen ihren Gassen verstecken sich Hunderte historische Gebäude.
Ich würde mindestens eine Nacht einplanen. Nicht, weil ihr damit schon alles gesehen habt – sondern weil ihr so genug Zeit habt, ohne Stress in den Rhythmus der Stadt zu kommen.


Durch die Medina und ins tunesische Alltagsleben
Die Medina ist laut, bunt, eng, manchmal chaotisch und genau deshalb so faszinierend. Überall werden frisches Obst, Kleidung, Teppiche, Schmuck, Lederwaren, Schuhe und die typischen roten Mützen verkauft. Mein Tipp: Nicht nur von Geschäft zu Geschäft hetzen. Bleibt stehen, schaut den Handwerkern bei der Arbeit zu und beobachtet einfach das Markttreiben.
Auch den Marché Central de Tunis solltet ihr einplanen. Hier bekommt ihr einen großartigen Einblick in den Alltag der Stadt – inklusive Gewürzen, Gemüse, Fisch und all den Gerüchen, die sich später irgendwie untrennbar mit einer Reise verbinden.


Kreativ-Workshop mit DOWIT
Eine meiner liebsten Aktivitäten in Tunis war ein Workshop mit DOWIT. Das lokale Social-Startup entwickelt Erlebnisse rund um tunesisches Handwerk und bringt Reisende direkt mit Künstlern und Kunsthandwerkern zusammen. Auf einem Rooftop haben wir kleine Anhänger und Kartenhalter aus Leder selbst hergestellt.
Das Schöne daran: Man nimmt nicht nur ein Souvenir mit, sondern versteht auch, wie viel Können und Zeit in traditionellem Handwerk steckt. DOWIT bietet je nach Termin außerdem weitere kreative Workshops, thematische Medina-Touren und Formate mit lokalen Kunstschaffenden an.


Übernachten:
Palais Bayram in der Medina. Das Guesthouse liegt in einem historischen Palast mit wunderschönem Innenhof, großzügigen Zimmern und ganz viel Atmosphäre. Schon die Unterkunft fühlt sich wie ein erster Kultur-Stopp an.
Warum ich Tunesiens Guesthouses liebe
In Tunesien könnt ihr natürlich in klassischen Hotels übernachten. Meine große Empfehlung sind aber die vielen privat und lokal geführten Guesthouses – oft als „Dar“ bezeichnet, also Haus. Viele befinden sich in historischen Gebäuden, sind individuell eingerichtet und erzählen mit Fliesen, Innenhöfen, Textilien und Möbeln ihre ganz eigene Geschichte.
Gerade auf einer Rundreise sind diese Unterkünfte viel mehr als ein Bett für die Nacht. Ihr taucht in die tunesische Wohnkultur ein, kommt leichter mit euren Gastgebern ins Gespräch und erlebt die berühmte Gastfreundschaft ganz unmittelbar. Fast jede Unterkunft auf dieser Reise war für sich schon ein kleines Highlight.

Douar Laroussi
Von der Hauptstadt ging es in eine komplett andere Welt: nach Douar Laroussi, ein kleines Eco-Village am Fuß der Berge. Bei einer geführten Walking Tour haben uns wunderbare Frauen aus dem Dorf gezeigt, wie hier früher gekocht und gelebt wurde.
Gemeinsam bereiteten wir Couscous zu, backten Brot und ließen Gemüse über offenem Feuer garen. Solche Erlebnisse bleiben mir meist stärker in Erinnerung als eine klassische Sehenswürdigkeit. Man macht mit, stellt Fragen, lacht zusammen – und am Ende sitzt man gemeinsam am Tisch.
Danach lohnt sich eine kleine Wanderung in die umliegenden Berge. Von oben öffnet sich der Blick über die weite Landschaft: grüne Olivenbäume, Felder und Hügel, so weit das Auge reicht. Wer Tunesien bisher nur mit Strand und Wüste verbunden hat, bekommt spätestens hier ein neues Bild vom Land.



Hergla:
Hergla liegt rund 30 Kilometer nördlich von Sousse und nicht weit vom bekannten Ferienort Port El Kantaoui. Trotzdem wirkt das kleine Küstendorf wie das Gegenteil eines großen Resorts: ruhig, weiß getüncht, verschlafen und unglaublich authentisch.
Ich lege euch Hergla wirklich ans Herz. Schlendert ohne festen Plan durch die Gassen, schaut am Hafen vorbei und nehmt euch Zeit für die Küste. Genau diese unspektakulären Stunden waren für mich besonders – weil der Ort nicht versucht, permanent etwas zu inszenieren.
Römische Spuren direkt am Meer
Das heutige Hergla liegt auf dem Gebiet des antiken Horrea Caelia. Entlang der Küste sind noch Reste aus römischer und byzantinischer Zeit zu sehen. Die Ausgrabungen wirken nicht so monumental wie El Jem, aber gerade die Lage am Wasser macht sie besonders. Geschichte, Felsen und Mittelmeer liegen hier direkt nebeneinander.

Flechten mit Halfa-Gras
Mit einer lokalen Kunsthandwerkerin haben wir außerdem getrocknetes Halfa-Gras geflochten. Aus dem robusten Material entstehen Taschen, Spiegelrahmen, Körbe oder Blumentöpfe. Auch hier war das eigentliche Highlight nicht nur das fertige Stück, sondern das gemeinsame Arbeiten und die Geschichten dahinter.
Übernachten:
Dar Khadija beziehungsweise Dar Jedeti Khadija. Ein traumhaftes Guesthouse mit Pool im Innenhof und einer Dachterrasse, auf der man lesen, sonnen und ganz wunderbar nichts tun kann.



Kairouan: Heilige Stadt, Teppiche und ein Abend wie im Film
Kairouan wurde im Jahr 670 gegründet und entwickelte sich zu einem der wichtigsten religiösen und kulturellen Zentren des Maghreb. Die historische Stadt gehört zum UNESCO-Welterbe. Besonders berühmt ist die Große Moschee, deren heutige Gestalt wesentlich aus dem 9. Jahrhundert stammt und die später zum architektonischen Vorbild für viele Moscheen in Nordafrika wurde.
Auch Kunstfans begegnet der Name Kairouan immer wieder: Paul Klee besuchte die Stadt 1914 auf seiner berühmten Tunisreise. Die Farben und das Licht Tunesiens prägten seine Arbeit nachhaltig – und wenn ihr durch die warmen Gassen lauft, versteht ihr schnell, warum.
Medina bei Tag und Nacht
Tagsüber könnt ihr durch die Medina schlendern, in lokalen Geschäften stöbern und die für Kairouan bekannten Teppiche entdecken. Besonders schön fand ich aber die Medina-by-night-Erfahrung. Wir liefen in ein altes, museumartiges Teppichhaus und standen wenig später auf einem Rooftop mit Blick über die ganze Stadt. Das Licht, die Dächer, die Geräusche von unten – magisch.
Geheimtipp: Dinner im Dar Mrabet
Für einen besonderen Abend empfehle ich ein Dinner im Dar Mrabet. Das Menü ist teurer als ein normales Abendessen, aber die gesamte Experience ist es wert: mehrere Gänge in einem alten Stadtpalast, dazu traditionelle Live-Musik auf der Oud, der arabischen Laute. Kein Essen für „mal eben schnell“, sondern ein Abend, für den ihr euch bewusst Zeit nehmt.
Übernachten:
Dar Dhiafa Paul Klee – ein stilvolles Guesthouse mitten in der historischen Medina und nur wenige Schritte von der Großen Moschee entfernt.



Sfax und Kerkennah: Vom Stadtrundgang ins Insel-Paradies
Sfax ist eine der wichtigsten Hafen- und Industriestädte Tunesiens. Ganz ehrlich: Die Stadt selbst hat mich auf dieser Reise nicht am stärksten umgehauen. Für eine Nacht und einen Rundgang durch die Medina lohnt sich der Stopp trotzdem – vor allem, weil Sfax das Tor zu einem meiner größten Tunesien-Highlights ist: den Kerkennah-Inseln.
Kulinarischer Workshop bei Dose et D’mi
Bevor es auf die Fähre geht, solltet ihr bei Dose et D’mi vorbeischauen. Der lokale Lebensmittelhersteller bietet liebevoll organisierte Workshops an. Wir durften die tunesische Süßigkeit Laklouka selbst herstellen, bekamen anschließend ein Tasting und konnten uns im Shop mit weiteren Leckereien eindecken. Alles war professionell, herzlich und sehr sauber organisiert.



Kerkennah: Insel-Leben – und nein, ich meine nicht Djerba
Die Fähre von Sfax nach Kerkennah braucht je nach Verbindung ungefähr eine bis anderthalb Stunden. Weil An- und Abreise Zeit kosten, würde ich unbedingt mindestens eine Nacht bleiben. Die Inselgruppe ist vor allem bei Tunesierinnen und Tunesiern vom Festland beliebt, die hier ein ruhiges Wochenende verbringen möchten.
Kerkennah ist kein Ort für eine lange Sightseeing-Liste. Es geht um das langsame Inselgefühl: Kanu fahren, Stand-up-Paddling, eine Bootstour machen, im flachen Wasser treiben und frischen Fisch essen.
Mit einem Fischer hinaus zur Charfia
Eines meiner absoluten Reise-Highlights war die Ausfahrt mit einem lokalen Fischer. Auf Kerkennah wird seit Generationen mit der sogenannten Charfia gefischt. Dabei werden Palmwedel im flachen Meeresboden befestigt und zu einem ausgeklügelten, dreieckigen Leitsystem angeordnet. Die Fische folgen der natürlichen Strömung und gelangen in Fangkammern. Die Technik ist so eng mit dem Wissen, dem Alltag und der Kultur der Inseln verbunden, dass sie seit 2020 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehört.
Wir sprangen ins Meer und durften beim Fischen helfen. Danach wurde der frische Fang direkt zum Lunch. Ich übertreibe nicht: So frisch und lecker habe ich Fisch selten gegessen. Mhhhhm.
Übernachten:
Manaret Kerkennah – ein wunderschönes Guesthouse mit großem Pool, traditioneller Architektur und Blick über die ruhige Inselwelt.



El Jem: Römische Geschichte fast ohne Menschenmassen
Wer das Kolosseum in Rom beeindruckend fand, sollte El Jem unbedingt einplanen. Das gewaltige Amphitheater wurde um das Jahr 238 errichtet und erinnert an den Wohlstand der römischen Stadt Thysdrus. Es bot schätzungsweise bis zu 35.000 Menschen Platz und zählt heute zum UNESCO-Welterbe.
Das Beste: Im Vergleich zu Rom ist El Jem deutlich weniger überlaufen. Ihr könnt durch die unterirdischen Gänge gehen, in der Arena stehen und die steilen Ränge hinaufsteigen. Plötzlich wirkt römische Geschichte nicht mehr wie ein Kapitel im Schulbuch, sondern erstaunlich lebendig.
Plant genug Zeit ein und kommt möglichst früh oder am späten Nachmittag. Dann ist das Licht besonders schön und die Dimension des Bauwerks wirkt noch einmal gewaltiger.

Douz: Das Tor zur Sahara
Douz wird oft als Tor zur Sahara bezeichnet – und das passt. Die Oasenstadt liegt am Rand des Grand Erg Oriental, jenes riesigen Sandmeers, das sich über den Süden Tunesiens bis nach Algerien zieht. Viele Reisende fahren nur hindurch, um möglichst schnell zu den Dünen zu kommen. Dabei lohnt sich ein kleiner Rundgang.
Douz ist eine entspannte Stadt mit Restaurants, Märkten und einem starken Bezug zum Leben in der Wüste. Je nach Wochentag könnt ihr über den Markt schlendern, Datteln probieren und euch langsam auf das vorbereiten, was danach kommt: Sand, Stille und scheinbar unendlicher Horizont.
Übernachten:
Tente El Bey. Wer Aladdin und Geschichten aus Tausendundeiner Nacht liebt, wird hier kaum wissen, wo er zuerst hinschauen soll. Die Glamping-Zelte sind opulent dekoriert, das Dinner ist ein Erlebnis und zwischen den Zelten laufen sogar Pfaue umher. Ja, ein bisschen märchenhaft darf Reisen sein.


Tief hinein in die Sahara: Sandboarding und der schönste Sternenhimmel meines Lebens
Von Douz ging es mit Jeeps mehr als drei Stunden hinein in die Wüste. Irgendwann verschwinden Straßen, Häuser und Strommasten. Es bleiben nur noch Dünen, Spuren im Sand und eine Weite, die man auf Fotos kaum erklären kann. Zwischendurch begegnen einem Kamele – und man versteht endgültig, wie extrem vielfältig Tunesien ist.
Im Norden und im Zentrum: grüne Felder und Olivenhaine. An der Küste: Fischerdörfer und Mittelmeer. Im Süden: die endlosen Dünen der Sahara. Kaum ein anderes Land hat mir auf so kurzer Strecke so viele Landschaftswechsel geboten.
Camp Abdelmoula: modern, besonders und überraschend nachhaltig
In der Sahara gibt es nicht unendlich viele Camps. Einige sind groß und stark auf Luxus ausgelegt. Das Camp Abdelmoula verbindet diesen Komfort mit einem sichtbar starken Nachhaltigkeitsgedanken. Die weißen, modernen Zelte sind mitten in der Wüste ein echter Hingucker. Gleichzeitig wird auf wenig Plastik, lokale Kreisläufe und eigenen Anbau gesetzt – sogar Obst und Gemüse wachsen in dem geschaffenen Wüsten-Ökosystem.
Abends sitzt man am Lagerfeuer, es gibt traditionell inspirierte Musik und Tanz sowie ein großartiges Dinner. Natürlich könnt ihr auch verschiedene Wüstenaktivitäten ausprobieren. Mein persönliches Highlight: Sandboarding. Es sieht leichter aus, als es ist, macht aber unfassbar viel Spaß. Und Sand findet ihr danach wirklich überall.
Das Schönste kam trotzdem erst nach Sonnenuntergang. Ich schwöre: So einen Sternenhimmel habe ich noch nie gesehen. Keine Straßenlaternen, keine Stadt am Horizont – nur Dunkelheit, Millionen Sterne und diese besondere Stille der Wüste. Allein dafür würde ich die lange Fahrt noch einmal machen.




Chenini und die Dahar-Region:
Als letzter Stopp wartete noch einmal eine komplett andere Landschaft. Die Dahar-Region im Süden Tunesiens besteht aus rauen Bergzügen, Tafelbergen, Felsformationen und jahrhundertealten Siedlungen. Für mich war sie landschaftlich das größte Highlight der Reise.
Chenini ist eines der bekanntesten Bergdörfer der Region und durch Tagesausflüge von Djerba vergleichsweise gut erreichbar. Entsprechend war es vermutlich der touristischste Ort unserer Route. Trotzdem solltet ihr ihn nicht auslassen.
Eine Höhlenstadt der Amazigh
Chenini ist eng mit der Geschichte der Amazigh verbunden, die häufig auch als Berber bezeichnet werden. Das alte Dorf zieht sich direkt in und über den Berg. Häuser und Lagerräume wurden in den Fels gebaut oder aus dem lokalen Stein errichtet; hoch oben liegen die Reste eines befestigten Ksar, eines traditionellen Speicher- und Schutzkomplexes.
Die Architektur wirkt, als wäre sie aus der Landschaft gewachsen. Von den Wegen öffnen sich immer neue Blicke über die karge Ebene und die zerklüfteten Berge. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur schnell für ein Foto anzuhalten.
Der beste Tipp für Chenini: Bleibt über Nacht
Kommt am späten Nachmittag. Dann fahren viele Tagesgruppen bereits zurück nach Djerba und im Dorf wird es deutlich ruhiger. Noch besser: Schlaft in einem der wenigen Guesthouses in einer traditionellen Höhlenunterkunft. Das ist nicht nur außergewöhnlich, sondern schenkt euch Chenini am Abend und am frühen Morgen fast ohne Trubel.
Übernachten:
Ksar Ouled Debbab in der Nähe von Chenini. Die Höhlenzimmer, die erdigen Mauern und der Blick über die Dahar-Landschaft fühlen sich an wie eine Filmkulisse. Nicht zwingend Star Wars – aber definitiv eine andere Welt.


Mein Fazit: Ist Tunesien underrated?
Ja. Zu einhundert Prozent.
Tunesien wird noch immer viel zu oft auf günstigen Badeurlaub reduziert. Dabei ist das Land wie gemacht für eine abwechslungsreiche Rundreise: kurze Distanzen, komplett unterschiedliche Landschaften, lebendige Städte, jahrtausendealte Geschichte, starke Handwerkstraditionen, großartiges Essen und Menschen, die ihre Kultur mit spürbarem Stolz teilen.
Meine acht Tage waren voll – vielleicht sogar ein bisschen zu voll. Aber sie haben mir gezeigt, wie viel zwischen Tunis und Chenini liegt. Ich habe in einem Palast geschlafen, mit Frauen aus einem Dorf Couscous gekocht, auf einer kaum bekannten Insel gefischt, in einem römischen Amphitheater gestanden, bin eine Düne hinuntergesurft und in einer Höhle aufgewacht.
Wer Tunesien nur vom Resort-Pool kennt, kennt Tunesien noch lange nicht. Gebt dem Land Zeit, fahrt ins Landesinnere, sprecht mit den Menschen und bleibt an den kleinen Orten auch einmal über Nacht. Genau dort beginnt das Abenteuer.


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